Ihr Ansprechpartner in unserer Praxis:
Thomas Wilhelm, Heilpraktiker für Psychotherapie | ✆ 0177 - 3143183
Warum bleiben manche Erlebnisse so präsent, während andere verblassen?
Und warum reagieren Körper und Gefühle manchmal schneller als unser Verstand?
EMDR ist eine Methode, die in der Begleitung belastender Erfahrungen eingesetzt wird und sich mit diesen Fragen beschäftigt. Das Verfahren ist ein strukturierter, psychotherapeutischer Ansatz, um Erinnerungen auf eine andere Weise zu verarbeiten und einzuordnen.
In unserer Praxisgemeinschaft in Saarbrücken wird EMDR als eine Therapiemethode unter mehreren in einem humanistischen und achtsamkeitsbasierten Kontext eingesetzt.
Thomas Wilhelm, Heilpraktiker für Psychotherapie, gibt hier einen Überblick über das Verfahren EMDR, seine Anwendungsmöglichkeiten, Grenzen und den Rahmen, in dem das Verfahren in unserer Praxis angewandt wird.
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, auf Deutsch etwa „Desensibilisierung und Wiederverarbeitung durch Augenbewegungen“.
Die Methode wurde in den 1980er-Jahren von Francine Shapiro entwickelt und wird heute international in der Arbeit mit traumatischen und stark belastenden Erinnerungen eingesetzt.
EMDR gilt als ein international anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren und wird in nationalen und internationalen Behandlungsleitlinien berücksichtigt, insbesondere im Bereich der Traumafolgestörungen.
In unserer im Saarbrücker Stadtteil St. Johann gelegenen Privatpraxis kombiniere ich EMDR in aller Regel integrativ mit anderen, humanistischen und achsamkeitsbasierten, psychotherapeutischen Ansätzen.
Besonders die Verbindung von EMDR und Hypnose erlebe ich in meiner Arbeit häufig als sinnvolle Möglichkeit, therapeutische Prozesse in einem Entspannungszustand behutsam zu vertiefen.
Dabei geht es nicht um ein „schneller“ oder „besser“, sondern darum, individuell passende Zugänge zu inneren Erfahrungen zu eröffnen und die Selbstregulation des Nervensystems zu unterstützen. Ob diese Art der Arbeit für Sie in Frage kommt, klären wir im gemeinsamen Gespräch.
Belastende oder traumatische Erfahrungen können sich auf vielfältige Weise zeigen. Manche Menschen berichten von:
Nicht jede belastende Erinnerung erfüllt die Kriterien eines Traumas im klinischen Sinne.
Auch Lebensereignisse wie Trennungen, Verluste, Unfälle, medizinische Eingriffe, Überforderungen, frühe Beziehungserfahrungen und Entwicklungstraumata können emotional nachwirken und im Erleben präsent bleiben.
EMDR wird in der Begleitung solcher Erfahrungen eingesetzt, um sie neu einzuordnen und in die eigene Lebensgeschichte zu integrieren.
Die Grundannahme von EMDR ist, dass belastende Erinnerungen manchmal nicht vollständig verarbeitet werden und in einer „ungeordneten“ Form gespeichert bleiben. Sie können sich dann so anfühlen, als würden sie in der Gegenwart erneut stattfinden.
EMDR soll dabei unterstützen, solche Erinnerungen in einen verarbeiteten Zustand zu bringen. Dabei wird angenommen, dass bilaterale Stimulation – also wechselseitige Reize links und rechts – die Verarbeitung von Erinnerungen beeinflussen kann.
Dabei können drei Formen der bilateralen Stimulation genutzt werden, um die Gehirnhälften abwechselnd zu aktivieren und die Verarbeitung belastender Erinnerungen anzuregen:
Die genauen neurobiologischen Wirkmechanismen sind weiterhin Gegenstand der Forschung. Diskutiert werden unter anderem:
In der Praxis wird EMDR als erfahrungsorientierte Methode eingesetzt, die kognitive, emotionale und körperliche Ebenen einbezieht.
Für weitere Informationen und Forschungsergebnisse lesen Sie gerne unten mehr.
Die acht Phasen des EMDR
EMDR ist ein strukturiertes Verfahren, das in acht Phasen gegliedert ist. Diese Phasen dienen als Orientierung und werden individuell an die jeweilige Situation angepasst.
1. In der ersten Phase erfolgt die Anamnese und Behandlungsplanung. Dabei werden Lebensgeschichte, aktuelle Belastungen, Ressourcen und Ziele erhoben. Es wird gemeinsam geklärt, welche Erinnerungen oder Themen im Rahmen von EMDR bearbeitet werden sollen.
2. In der zweiten Phase steht die Vorbereitung im Vordergrund. Hier werden Stabilisierung, Ressourcenaufbau und Techniken zur Selbstregulation vermittelt, zum Beispiel Atemübungen, Achtsamkeit oder Imagination eines sicheren inneren Ortes.
3. In der dritten Phase erfolgt die Bewertung der Zielerinnerung. Dabei werden das belastende Bild, negative und positive Kognitionen, Gefühle und Körperempfindungen erfasst. Zusätzlich werden subjektive Belastung und die Glaubwürdigkeit positiver Kognitionen auf einer Skala eingeschätzt. Übrigens: Auf dem Portal DocCheck finden Sie einen Flexikon-Eintrag von Thomas Wilhelm zu dieser Skala.
4. In der vierten Phase beginnt die Desensibilisierung. Während die Erinnerung im Bewusstsein gehalten wird, kommen bilaterale Reize wie Augenbewegungen, Klopfen oder akustische Signale zum Einsatz. Diese Phasen wechseln sich mit kurzen Gesprächssequenzen ab, in denen neue Assoziationen, Bilder oder Gefühle reflektiert werden.
5. In der fünften Phase folgt die Installation. Hier wird die als hilfreich erlebte positive Kognition weiter gestärkt und mit der Erinnerung verknüpft.
6. In der sechsten Phase wird der Körpertest durchgeführt. Dabei wird überprüft, ob im Körper noch unangenehme Empfindungen im Zusammenhang mit der Erinnerung bestehen und wie sich diese verändern.
7. In der siebten Phase erfolgt der Abschluss der Sitzung. Es wird darauf geachtet, dass die Person stabil und orientiert ist, bevor die Sitzung endet. Gegebenenfalls werden Strategien zur Selbstregulation für die Zeit zwischen den Sitzungen besprochen.
8. In der achten Phase wird in einer späteren Sitzung eine Neubewertung vorgenommen. Dabei wird überprüft, ob die Verarbeitung stabil geblieben ist, ob weitere Erinnerungen bearbeitet werden sollen oder andere Themen in den Vordergrund treten.
Ressourcen und Stabilisierung
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Stärkung von Ressourcen in der zweiten Phase. Dazu gehören:
EMDR wird erst eingesetzt, wenn ausreichend Ressourcen und Stabilität vorhanden sind. In manchen Fällen steht die Stabilisierung über längere Zeit im Vordergrund, bevor Erinnerungen direkt bearbeitet werden.
Die Anzahl der Sitzungen variiert je nach Thema, Lebensgeschichte und individueller Reaktion. Manche Erinnerungen lassen sich in wenigen Sitzungen bearbeiten, andere benötigen einen längeren Prozess.
Zwischen den Sitzungen können Erinnerungen, Träume oder emotionale Reaktionen auftreten. Diese werden im Gespräch aufgegriffen und eingeordnet.
EMDR ist kein passiver Prozess. Er erfordert aktive Teilnahme, Selbstbeobachtung und die Bereitschaft, sich mit inneren Erfahrungen auseinanderzusetzen.
In meiner Arbeit steht der Mensch in seiner Ganzheit im Mittelpunkt. Die therapeutische Beziehung, Präsenz, Empathie und das gemeinsame Verstehen bilden die Grundlage der Begleitung.
Gesprächstherapie nach Carl Rogers, achtsame Selbstwahrnehmung, Ressourcenarbeit und das Erkunden von Beziehungserfahrungen sind zentrale Elemente
unserer Begleitung. EMDR kann dabei helfen, Erinnerungen nicht nur zu verstehen, sondern auch auf einer erfahrungsnahen Ebene zu integrieren.
Humanistische Psychotherapie bedeutet in diesem Zusammenhang insbesondere auch, dass Verfahren nicht mechanisch angewendet werden, sondern in einem
dialogischen Prozess.
EMDR wird häufig als „Traumatherapie“ beschrieben. In unserer Praxis ist es eine Methode innerhalb eines therapeutischen Gesamtprozesses.
EMDR kann:
EMDR kann nicht:
Es handelt sich in unserer Praxisgemeinschaft in Saarbrücken um ein Werkzeug von mehreren im Rahmen einer therapeutischen Begleitung, nicht um DAS Allheilmittel.
EMDR wurde ursprünglich für die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen entwickelt. Heute wird es in verschiedenen Bereichen eingesetzt, unter anderem bei:
Ob EMDR in einer individuellen Situation und im Rahmen unserer Praxis geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird im Rahmen eines Vorgesprächs sorgfältig geprüft.
Vor allem bei einer akuten PTBS oder einer komplexen Traumafolgestörung kann ein anderer Rahmen (z.B. eine (fach-) ärztliche Begleitung, eine Therapie bei einem approbierten Psychotherapeuten oder ein Klinikaufenthalt) angemessen sein.
Wie jedes therapeutische Verfahren hat auch EMDR Grenzen. Nicht in jeder gesundheitlichen Verfassung ist EMDR geeignet. Typische Gegenanzeigen sind zum Beispiel:
Gibt es Nebenwirkungen von EMDR?
Ja, EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) kann kurzfristig belastend sein, da nicht verarbeitete Erinnerungen und starke Emotionen hochkommen können; typische Nebenwirkungen sind Erschöpfung, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder lebhafte Träume.
Ethik und Berufsrecht
Ein zentraler Aspekt meiner Arbeit ist die Selbstbestimmung des Klienten / der Klientin.
Sie als Klient:in entscheiden, welche Themen bearbeitet werden, in welchem Tempo und mit welchen Methoden. EMDR wird nur mit Einverständnis und in transparenter Weise angewendet.
Grenzen werden respektiert. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, den Prozess zu pausieren oder zu beenden.
Ich biete EMDR im Rahmen meiner Tätigkeit als Heilpraktiker für Psychotherapie an. Es handelt sich hier nicht um eine ärztliche oder approbierte psychotherapeutische Behandlung im Sinne des Psychotherapeutengesetzes.
Honorar und Kontaktaufnahme
Lesen Sie auch die weiterführenden Informationen zu meinen Honoraren sowie zur Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung zu unserer Praxis.
Bitte beachten Sie, dass Sie einen Termin in einer Privatpraxis buchen, das heißt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die entstehenden Kosten nicht übernehmen.
Ich informiere Sie auch gerne telefonisch über EMDR und meine Arbeitsweise. Sie erreichen mich unter Telefon: 0177 – 3143183.
Einordnung des EMDR im Therapieablauf
Nicht immer ist EMDR der passende Weg. Andere psychotherapeutische Methoden können von Fall zu Fall hilfreicher sein – deshalb bietet unsere Saarbrücker Praxis auch eine Vielzahl anderer Verfahren.
EMDR wird von mir integrativ eingesetzt. Ich kombiniere es in aller Regel mit humanistischen, gesprächs- oder achtsamkeitsorientierten Ansätzen. Wie in vielen anderen psychotherapeutischen Ansätzen gilt die therapeutische Beziehung als zentraler Wirkfaktor.
EMDR ist Gegenstand umfangreicher wissenschaftlicher Forschung und wird international untersucht. Mehrere randomisiert-kontrollierte Studien und Übersichtsarbeiten haben den Einsatz des Verfahrens bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und anderen belastungsbezogenen Störungsbildern untersucht.
Wichtig: Die Eignung von EMDR wird im Einzelfall fachlich geprüft und ersetzt keine ärztliche oder approbierte psychotherapeutische Behandlung.
Die genauen Wirkmechanismen von EMDR sind weiterhin Gegenstand der Forschung. Diskutiert werden unter anderem Prozesse der Gedächtnisrekonsolidierung, Belastung des Arbeitsgedächtnisses sowie neurobiologische Veränderungen in Netzwerken der Emotionsverarbeitung.
1. Was ist EMDR und wie wirkt diese Methode?
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist ein strukturiertes psychotherapeutisches Verfahren zur Verarbeitung belastender Erinnerungen. Durch gezielte bilaterale Stimulation, zum
Beispiel über Augenbewegungen oder taktile Reize, kann die Verarbeitung emotionaler Erfahrungen unterstützt werden. Ziel ist es, Erinnerungen neu einzuordnen, sodass sie im Alltag weniger belastend
wirken.
2. Für wen kann EMDR sinnvoll sein?
EMDR kann bei Menschen eingesetzt werden, die unter belastenden oder traumatischen Erfahrungen leiden, etwa nach Unfällen, Verlusten, Trennungen oder anhaltendem Stress. Auch bei Angststörungen,
psychosomatischen Beschwerden oder emotionalen Belastungen kann EMDR Teil einer therapeutischen Begleitung sein. Ob EMDR im Einzelfall geeignet ist, wird in einem persönlichen Vorgespräch sorgfältig
geprüft.
3. Ist EMDR eine anerkannte psychotherapeutische Methode?
Ja, EMDR gilt international als anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren. Es wird in nationalen und internationalen Leitlinien, insbesondere zur Behandlung von posttraumatischen
Belastungsstörungen (PTBS), berücksichtigt und ist Gegenstand umfangreicher wissenschaftlicher Forschung. Die genauen Wirkmechanismen werden weiterhin erforscht.
4. Wie läuft eine EMDR-Behandlung in Ihrer Praxis in Saarbrücken ab?
EMDR folgt einem achtphasigen, strukturierten Ablauf. Dazu gehören unter anderem Anamnese, Stabilisierung, Ressourcenarbeit, die eigentliche Verarbeitung belastender Erinnerungen sowie Abschluss und
Neubewertung. In unserer Praxis wird EMDR immer integrativ und eingebettet in einen humanistischen, achtsamkeitsbasierten therapeutischen Prozess angewendet.
5. Welche Rolle spielen Stabilisierung und Ressourcenarbeit bei EMDR?
Stabilisierung und Ressourcenaufbau sind zentrale Voraussetzungen für eine sichere EMDR-Begleitung. Vor der eigentlichen Verarbeitung werden Techniken zur Selbstregulation, Achtsamkeit und inneren
Stabilität vermittelt. EMDR wird erst dann eingesetzt, wenn ausreichend innere Sicherheit vorhanden ist.
6. Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken bei EMDR?
Wie bei anderen psychotherapeutischen Verfahren können während oder nach EMDR-Sitzungen vorübergehend emotionale oder körperliche Reaktionen auftreten, zum Beispiel Müdigkeit, innere Unruhe, lebhafte
Träume oder Kopfschmerzen. Eine sorgfältige Diagnostik, Vorbereitung und fachliche Begleitung sind daher essenziell. Nicht in jeder Situation ist EMDR geeignet.
7. Was kann EMDR leisten – und was nicht?
EMDR kann helfen, belastende Erinnerungen anders einzuordnen, emotionale Reaktionen zu verändern und neue Perspektiven zu entwickeln. Es kann jedoch keine Erinnerungen löschen, Vergangenes
ungeschehen machen oder schwierige Lebensumstände ersetzen. EMDR ist in unserer Praxis ein Werkzeug innerhalb eines umfassenden therapeutischen Prozesses.
8. Wird EMDR in Ihrer Saarbrücker Praxis als alleinige Therapie angewendet?
Nein. EMDR wird in unserer Praxisgemeinschaft in Saarbrücken integrativ eingesetzt und mit personenzentrierter Gesprächstherapie, Gestalttherapie sowie hypnose- und achtsamkeitsorientierten Ansätzen
kombiniert. Die therapeutische Beziehung, Transparenz und Selbstbestimmung der Klient:innen stehen dabei im Mittelpunkt. EMDR ist wie die Hypnosetherapie - kein Allheilmittel, sondern Teil einer
individuellen psychotherapeutischen Begleitung.
Autor dieser Seite: Thomas Wilhelm, Heilpraktiker für Psychotherapie in Saarbrücken, mit dem Schwerpunkt humanistische Psychotherapieverfahren, Hypnose und Fortbildung in EMDR. Mitglied im Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und psychologischen Berater e.V.
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